SILBER
Der Regen wäscht das Grau aus dem Tal
schmal, der Grat auf dem ich festhänge
dort balanciere ich
barfüßig
um mich nicht zu verlieren
Enge zwischen Weite und Land
ein Unbenannt
die Nebelschwaden graben tief
sie schaben das Mögliche heraus
und dann
landet das Glück seelenblass
auf dem Rücken meiner Hand
es drückt sich auf mich
durch meine Haut
in mich hinein
wo sich doch alles dreht
die Welt um mich
und ich mich um sie
meine Füße suchen das Nass
sie brennen vor Kälte
doch bleiben wollen sie
Lebendigkeit erfahren
pur und leicht und wunderbar
sie bleiben im Blau
verweilen lange
Füße ohne Zeit
meine Lungenflügel atmen Klarheit
für eine Stunde Wahrheit
für ein Leben ohne ein Warum
am See sitze ich
schaue
und geh
in Gedanken ins Weiß
Wind in den Blättern
vier Jahreszeiten an einem Tag
für eine Nacht aus Seide
irgendwann
säuselt das Echo der Berge
irgendwann
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man finde mich am Wasser