MONDNÄCHTE
Mit dem Verschluss ihrer Lider
rollt der Mond über sie
wie eine Murmel kreist er in Bahnen
auf ihrem Rücken kniet er sacht nieder
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Im Buge des Kreuzes schwebt diese Nacht
kein Laut, das Leben schläft schwer
nicht aber sie, die den Atem hält
das Dunkel getränkt in sanfter Macht
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Ein zarter Ruck, der Augenblick geht fort
und der Mond steigt wieder auf
er verschwindet in Dunkelheit
O finde sie doch, verweile, an jenem Ort
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Der bestimmt für ihre Ankunft ist
gleich einem Kleide aus Samt
die Gravur ihrer Haut
Tinte in Schwarz das Gestern zerfrisst